überarbeitet
am 18.02.2017

Wolters - Clinik

Schon einige Zeit war von den Dorfbewohnern in Changally die Bitte nach Einrichtung einer Krankenstation in ihrem Dorf gestellt worden. Die nächstgelegene Möglichkeit einer Behandlung war in Basse, einer kleinen Stadt auf der anderen Seite des Gambia-Rivers, ca. 20 km vom Dorf entfernt. Da es kein Auto in Changally gibt, mussten im Fall einer Erkrankung die Patienten mit dem Eselkarren oder dem Fahrrad zur Fähre über den Fluss nach Basse transportiert werden.
Wir hatten das Glück, dass ein grosszügiger Spender unseren Plan unterstützte sodass wir 1999 mit dem Bau einer Krankenstation beginnen und diese im Jahr 2000 in Betreib nehmen konnten.
Sie erhielt nach dem Spender den Namen “Wolters-Clinic” und wurde von einem gut ausgebildeten Krankenpfleger, der eine Zusatzqualifikation iN Geurtshilfe hatte, geleitet und von einer Hilfsschwester unterstützt. Die Klinik bestand aus einem Behandlungsraum, einer kleinen Apotheke, einem Krankenzimmer mit drei Betten, Warteraum, Toilette und Dusche, einem Personalhaus und zwei Rundhütten für Gäste.Die Patienten kamen aus der ganzen Umgebung und nahmen die Klinik mit grosser Dankbarkeit an. Die Komplikationen bei Entbindungen und die Säuglingssterblichkeit gingen wesentlich zurück. Zeitweise gab es Unterstützung von Helfern aus Deutschland.

2001 wurde eine kleine Solaranlage gebaut, mit der das Haus mit Licht versorgt und das Handy aufgeladen werden konnte. Die Medikamente wurden aus Deutschland oder wenn möglich, in den Städten in Gambia besorgt.

2003 wurde das Gelände mit einem Zaun umgeben und durch das neu errichtete Windrad mit Wasser aus der Leitung versorgt. Eine Bantaba (ein schattiger Warteplatz für Patienten) wurde gebaut. Zwei Praktikantinnen halfen für drei Monate in der Krankenstation und der Schule.
                                neue Bilder       Klinik_mini        

In den Jahren 2004-2005 wurde die Station vergrössert, ein Geburtshaus, ein Zahnbehandlungsraum und ein Haus für Ärzte errichtet, die Solaranlage erweitert, sodass nun alle Gebäude im Gelände und auch die Schule mit Strom versorgt sind. Inzwischen arbeiten  zwei Krankenpfleger hier, und regelmässig werden Beratungsstunden für Mütter und Säuglinge durchgeführt. Es kam zum ersten Mal ein Zahnarzt aus Deutschland für ein par Tage nach Changally (der nächste Zahnarzt ist etwa 60 km entfernt). Der Andrang war gross, denn der Besuch wurde sogar über den Rundfunk bekanntgegeben.

2006 und 2007 arbeiteten wiederum Zahnarzt und Internist für eine Zeit unentgeldlich in Changally, auch jeweils zwei Praktikantinnen halfen für drei Monate in der Schule und Krankenstation.

Jeder Patient zahlt für eine Behandlung und Medikamente einen geringen Anteil. Damit könne die Personalkosten abgedeckt werden. Medikamente und Baumassnahmen werden noch immer von den Spenden des Vereins getragen. Unser Ziel ist es, dass regelmässig, d.h. vielleicht einmal oder zwei Mal im Monat ein Zahnarzt aus dem Lande kommt. Wir arbeiten darauf hin, dass auf Dauer die Kosten für die Behandlung zumindest teilweise von der Regierung übernommen werden.

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